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Wanderung vom Hintersee zur Litzlalm

Die Wanderung zur Litzlalm ist eine meine absoluten Lieblingswanderungen. Denn sie erinnert mich immer an die malerischen Landschaften aus den Heidi-Filmen: unberührte Natur, saftig grüne Wiesen, kristallklare Bächlein, mit Moos überwucherte Felsen und kleine gemütliche Almen. Die Tour startet am idyllischen Hintersee, führt durch das Klausbachtal, vorbei an der Beobachtungsstation für Steinadler, über die Hängebrücke mit Blick auf die Ramsauer Dolomiten, vorbei an der Bindalm, über den Hirschbichlpass und endet schließlich auf der Litzlalm. Der Weg ist nicht steil und hervorragend für gemütliche Familienwanderungen geeignet. Zudem gibt es eine extra Strecke für Biker sowie einen Almerlebnisbus für ältere Menschen.

Wanderung zur Litzlalm
Heidi-Feeling auf dem Wanderweg zur Litzlalm

Wanderung auf der historischen Salzhandelsstraße

Die Wanderung durch das Klausbachtal über den Hirschbichlpass nach Weißbach in Österreich war früher eine zentrale Handelsroute. Über diesen Weg transportierten die Salzsäumer das Salz aus Berchtesgaden ins österreichische Pinzgau. Heute gehört diese Strecke zu den beliebtesten Wanderungen im Berchtesgadener Nationalpark.

Klausbach, Nationalpark Berchtesgaden
Wanderweg entlang des Klausbaches

Start der Wanderung: Parkplatz am Hintersee

Los geht die Abenteuerreise am wundervollen Hintersee. Im Sommer sind die kostenlosen Parkplätze hier sehr überfüllt, da lohnt es sich, Geld für einen Parkplatz auszugeben. Der ideale Ausgangspunkt ist der Parkplatz beim Klausbachhaus. Allerdings kostet dieser 5 Euro für 4 Stunden und 7 Euro für mehr als 4 Stunden. Tipp: Unbedingt Kleingeld mitnehmen!!! Von dort aus führt der breite Wanderweg vorbei am Klausbachhaus in das Klausbachtal. Während der Weg für Wanderer links am Klausbach entlang führt, können Radfahrer und Inline-Skater die geteerte Straße auf der rechten Seite nehmen. So kommen sich Wanderer und Mountainbiker nicht in die Quere. Übrigens: Entlang des Weges gibt es auch eine Wildfütterung mit Aussichtsplattform.

Nationalpark Berchtesgaden, Informationsstelle Klausbachhaus
Nationalpark-Informationsstelle Klausbachhaus

Stopp 1: Tal der Adler

Das Klausbachtal wird auch als Tal der Adler bezeichnet. In der Beobachtungsstation könnt ihr mit etwas Glück Steinadler beobachten. Nehmt also unbedingt euer Fernglas mit! Wer das vergessen hat, kann in der Nationalpark-Informationsstelle Klausbachhaus Live-Bilder aus dem Adlerhorst sehen. Tipp: Der Nationalpark bietet auch Führungen zur Adlerbeobachtung an.

Weg vom Klausbachhaus zur Hängebrücke
Weg vom Klausbachhaus zur Hängebrücke (März)

Stopp 2: Hängebrücke mit Blick auf die Ramsauer Dolomiten

Etwa eine dreiviertel Stunde braucht ihr vom Klausbachhaus bis zur Hängebrücke. Der Weg ist gut ausgeschildert. Da die Wanderung sanft bergauf geht, ist sie hervorragend für Familien oder als barrierefreier Wanderweg geeignet. Die 55 Meter lange und 11 Meter hohe Hängebrücke steht dort erst seit 2010, da die vorherige Brücke über den Klausbach dem jährlichen Hochwasser, den Felsstürzen und Lawinen nicht Stand hielt. Sie bietet einen perfekten Blick auf den sogenannten Mühlsturzgraben. Dieser entstand 1999, als der komplette Gipfelaufbau des kleinen Mühlsturzhornes ausbrach und 250.000 m³ Fels ins Tal donnerten. Dabei wurden Wanderwege, Straßen und Brücken unter Geröll und Staub begraben.

Über dem Graben thronen die drei Mühlsturzhörner der Reiter Alm, die auch als Ramsauer Dolomiten bezeichnet werden. Die Ähnlichkeit mit den Südtiroler Dolomiten – genauer gesagt mit den Drei Zinnen – ist nicht zu übersehen. Direkt an der Hängebrücke bieten sich diverse Bänke für Ruhepausen an. Von dort aus habt ihr einen atemberaubenden Blick auf das türkise Wasser, das durch den Mühlsturzgraben donnert, und auf die steil aufragenden Felsen der Ramsauer Dolomiten.

Mühlsturzhörner der Reiter Alm, auch als Ramsauer Dolomiten bezeichnet
Mühlsturzhörner der Reiter Alm, auch als Ramsauer Dolomiten bezeichnet

Stopp 3: Malerische Bindalm im Nationalpark Berchtesgaden

Von der Hängebrücke aus geht es in etwa 50 Minuten weiter zur Bindalm. Sie liegt im Herzen des Berchtesgadener Nationalparks und kurz vor dem historischen Salzsäumerpass Hirschbichl. Auf der Bindalm befinden sich vier malerische Almhütten, sogenannte Kaser. Zwei davon sind bewirtschaftet und bieten den Wanderern und Mountainbikern kleine Stärkungen wie selbstgemachten Käse und Getränke an. Von der Bindalm habt ihr auch einen traumhaften Blick auf die Ramsauer Dolomiten.

Bindalm kurz vor Hirschbichl, Nationalpark Berchtesgaden
Bindalm kurz vor Hirschbichl, Nationalpark Berchtesgaden

Stopp 4: Hirschbichlalm an der bayerisch-österreichischen Grenze

Von der Bindalm ist es dann nicht mehr weit zum Alpengasthof Hirschbichl an der deutsch-österreichischen Grenze. Anfang Mai bis Mitte Oktober hat die Hirschbichlalm geöffnet, Dienstag ist immer Ruhetag. Am Hirschbichl treffen sowohl der deutsche Nationalpark Berchtesgaden und der österreichische Naturpark Weißbach als auch die Bergsteigerdörfer Ramsau und Weißbach aufeinander. (Das Thema Bergsteigerdörfer werde ich in einem eigenen Artikel noch genauer vorstellen, da ich es wahnsinnig spannend und wichtig finde!)

Wanderweg vom Hirschbichl zur Litzlalm

Stopp 5: Litzlalm, beliebter TV-Drehort

Von der Hirschbichlalm geht es dann weiter zum eigentlichen Ziel der Wanderung: der Litzlalm. Diese ist wegen ihrer malerischen Lage und der schönen Aussicht auf die umliegenden Berge Drehort vieler Heimatfilme und Serien. Unter anderem kennt man sie als Drehort der TV-Serie „Der Bergdoktor“. Die Weidefläche rund um die Litzlalm teilen sich acht Almbauern mit bis zu 90 Stück Vieh. Wanderer und Mountainbiker erhalten auf der Litzlalm eine ausgiebige Brotzeit mit tollem Panoramablick.

Litzlalm
Ausblick von der Litzlalm

Rückweg mit dem Almerlebnisbus

Die Wanderung vom Hintersee bis zur Litzlalm dauert etwas über zwei Stunden. Wer den Weg nicht wieder komplett zu Fuß zurückgehen will, kann auch nur zum Hirschbichl oder zur Bindalm zurückgehen und von dort aus den Almerlebnisbus nehmen. Dieser fährt bis zum Hintersee. Natürlich geht das auch umgekehrt: Ihr könnt direkt vom Hintersee mit dem Bus zu den Haltestellen Bindalm oder Hirschbichl fahren. Hier findet ihr den aktuellen Fahrplan. Der Bus fährt von Mai bis Oktober.

Wanderung vom Hintersee zur Litzlalm
Wanderung vom Hintersee zur Litzlalm

Wanderung zur Litzlalm:
Alle wichtigen Infos auf einen Blick

  • Anfahrt Auto:
    Klausbachhaus, Hirschbichlstraße 26, 83486 Ramsau bei Berchtesgaden
  • Parkkosten: 7 Euro (unbedingt Kleingeld mitnehmen!!!)
  • Anfahrt Bus:
    Bus-Linie 847, Haltestelle: Hirschbichlstraße
  • Kosten: Eintritt kostenlos, Parkgebühr 7 Euro
  • Länge von Hin- und Rückweg: ca. 20 km
  • Dauer für Hin- und Rückweg: ca. 3,5 Stunden (ohne Einkehren)
  • Einkehrmöglichkeiten: Ja, mehrere
  • Für Familien und Kinder geeignet: Ja
  • Besonderheiten: Barrierefreier Wanderweg bis Hängebrücke, Wanderung auf den Spuren der Salzsäumer, Wanderung zum Drehort von „Der Bergdoktor“

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